Bericht "Auch SIE sind betrogen worden!" | Die Pensionsbeitragszahler Österreichs 


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z.B. Pension, Vorsorge

Auch SIE sind betrogen worden!

Der Staat treibt mit der Unwissenheit der Staatsbürger ein unmoralisches Spiel!


Als ich 1980 in das Berufsleben eingestiegen bin, wurde mir vom Staat versprochen, dass ich nach 40 Arbeitsjahren mit 80% meines Letztbezuges in Pension gehen könnte.

Die Politiker, die damals das Sagen hatten, lobten die tolle Leistungsfähigkeit des Pensionsversicherungssystems, obwohl sie es schon besser hätten wissen müssen.

Sämtliche Parameter, die heute das Pensionssystem nur äußerst schwer - und in Zukunft gar nicht mehr - finanzierbar machen, waren damals schon bekannt. Oder dachten die Politiker, dass die Babyboomgeneration, wenn sie ins Pensionsalter kommt, von einer unbekannten Seuche hinweggerafft werden würde...?

Wie nennt man eigentlich den Tatbestand, wenn jemand einem anderen eine Leistung entlockt, obwohl er weiß, dass er seine Gegenleistung mit Sicherheit nicht erfüllen wird können?

Es kam, wie es kommen musste, eine Pensionsreform jagte die nächste...

Was der Gesetzgeber so nobel mit „Pensionsreform“ umschreibt, ist in Wirklichkeit jedes Mal eine massive Leistungskürzung.

Nicht, dass auch unsere Zahlungen reduziert werden würde! Nein, wir dürfen brav und fleißig weiter hohe Beiträge bezahlen - der Gegenwert, welcher aber dafür erwartet werden darf, wird aber immer geringer.

Haben Sie schon einmal nachgerechnet, was Ihnen die Pensionsreformen so an zukünftiger Pensionszahlung kosteten?

Nur so als Beispiel die letzten Reformen:

Die Höhe der Pension berechnet sich aus dem Steigerungsfaktor, den Abschlägen für vorzeitige Pensionierung und der Bemessungsgrundlage.

1. Der Steigerungsfaktor

Früher waren das 2% pro Versicherungsjahr, d.h., man erwarb 2% an Pensionsanspruch für jedes Beitragsjahr. Das war einmal! Vor einigen Jahren machte man aus den 2% plötzlich 1,78%!

Was bedeutet das? Bis vor kurzem hatte ich noch fix gerechnet, dass ich für meine 40 Beitragsjahre 80% der Bemessung bekomme (2% / Jahr), heute sind es nur mehr 71,2% (1,78% / Jahr).

Ein Minus von 8,8%

2. Die Abschläge

Was passiert nun, wenn ich meine 40 Beitragsjahre bereits mit z.B. 62 Jahren erreicht habe?
Früher musste ich für einen Pensionsantritt  vor dem 65. Lebensjahr,  die 2% Gutschrift für jedes Jahr wieder abliefern, also 3x2 = 6%. Aber  plötzlich waren es 3% pro Jahr, also 3x3 = 9%.

Aber es gab ja noch weitere Reformen:
In der Zwischenzeit wurde der Abschlag für Frühpension von 3% auf nunmehr gültige 4,2%, also 3x4, 2 = 12,6% erhöht.

Fassen wir das zusammen:

Gerade glaubte ich noch mit 40x2 = 80% minus 3x2 = 6%, also mit 74% meiner Bemessungs-Grundlage in Pension zu gehen!
So sind es heute aktuell nur mehr 40 x 1,78 = 71,2%! Minus 3 x 4,2 = 12,6%, also zusammen 58,6%.

Doch das sind der Leistungskürzungen noch nicht genug!

3. Die Bemessungsgrundlage

Es war einmal (so fangen nicht nur Märchen, sondern auch vergangene Pensionsspielregeln an), da wurde die Pensionshöhe am letzten Einkommen bemessen, dann von den besten 5 Jahren berechnet, dann waren es die besten 10, dann 15, dann 18, 2010 aktuell 20 und am Ende werden 40 Jahre herangezogen.

Dass man 40 Jahre nicht immer gleich gut verdient, versteht sich von selbst. Aber wie ist die Auswirkung, wenn man immer die Höchstbeitragsgrundlage verdient hat?

Schauen wir uns das auch noch gemeinsam an:

Die früheren Bemessungsgrundlagen (also die Bezüge)werden  natürlich aufgewertet. Wer legt die Aufwertungsfaktoren fest? Die Politik! Oh je, werden Sie jetzt denken. Da haben Sie recht!

Ein Vergleich

Wenn ich fiktiv 2010 in Pension gehen würde, dann wäre die aktuelle Höchstbeitragsgrundlage 2010 EUR 4.110.--.

Zählen nun bei einem Pensionszeitpunkt 2010 die besten 5 Jahre, so betrug die schon aufgewertete Bemessungsgrundlage aus dem Jahr 2006 nur mehr € 3.997,-.
Zählt man nun alle 5 aufgewerteten Grundlagen zusammen (€ 20.214,-) und dividiert durch 5, so kommt man auf eine Bemessungsgrundlage von € 4.042,-

Sie ahnen sicher schon, was nun kommt:

Rechnet man beispielsweise die besten 15 Jahre, würde die Bemessung schon von € 4.110,-- auf € 3.784.-- sinken, nimmt man die besten 25 Jahre so beträgt die Bemessung nur mehr € 3.515.-- und nimmt man nun (fiktiv) die bereits beschlossene Durchrechnung von 40 Jahren, so sinkt die Bemessung auf € 3.153.-!

Fassen wir zusammen

Nimmt man alle schon beschlossenen Reformen zusammen, so ergibt sich folgendes Bild:
Der Prozentsatz reduziert sich auf 40 x 1,78 = 71,2% minus 3 x 4,2 = 12,6%, also zusammen 58,6% und die Bemessungsgrundlage (bei 40 Jahren Durchrechnung, die 2010 noch nicht gilt) auf € 3.153.-

58,6% von € 3.153,- sind aber nur mehr € 1.847.- oder 44,9% des letzten Einkommens!

Erinnern Sie sich

Als ich 1980 in das Berufsleben eingestiegen bin, wurde mir vom Staat versprochen, dass ich nach 40 Arbeitsjahren mit 80% meines Letztbezuges in Pension gehen könnte.
Also bei gleichem Einkommen und gleichen Beitragszeiten mit 80% von € 4.110.- = € 3.288.-

Die „Pensionsreformen“ kosteten mich daher € 1.440.- an monatlicher Pension. Meine versprochene Pensionshöhe hat sich ungefähr halbiert!

Und das, obwohl  ich in diesem Beispiel immer Höchstbeitragsgrundlage verdient habe, für alle Gehälter immer Beiträge geleistet habe, mehr Beitragsjahre, als der Durchschnitt der Österreicher aufweise und später als der durchschnittliche Österreicher in Pension gehe!!!

Die weitere Entwicklung

Aber dabei wird es nicht bleiben:

„Einige Ministerien müssen so viel sparen, dass Sie Ihre gesetzlichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können, gibt Finanzminister Pröll in einem Interview zu.

Was heißt das?

Ministerien müssen selbstverständlich ihre gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen. Dann muss man halt die Gesetze entsprechend ändern. Im Klartext heißt das, dass die nächsten Leistungskürzungen schon wieder in der Pipeline sind...


Also vergessen Sie mal schön die Prognosen über Ihre eigene Pensionshöhe...

Wahren Sie IHRE Interessen: Der Verein der Pensionsbeitragszahler Österreichs

Walter Worresch

Walter Worresch

Seit 1984 beschäftigt sich Walter Worresch beruflich mit der Finanzierungsproblematik des österreichischen Pensionssystems.